Salzwiesen – Ein einzigartiger Lebensraum zwischen Land und Meer
Eine Salzwiese, auch bekannt als Heller, Inge oder Groden, ist eine von Meerwasser beeinflusste Landschaft, die regelmäßig oder unregelmäßig überflutet wird. Sie bildet den natürlichen Übergang zwischen Land und Meer und besteht aus speziellen Salzpflanzen (Halophyten), die sich perfekt an diese extremen Bedingungen angepasst haben.

Wie entstehen Salzwiesen?
Damit eine Salzwiese entstehen kann, müssen mehrere Faktoren zusammenkommen. Der Boden benötigt regelmäßige Sedimentablagerungen durch die Gezeiten. Gleichzeitig dürfen Strömung und Sturmfluten nicht zu stark sein, um die neu abgelagerten Schichten nicht wieder abzutragen. Ein flacher Küstenverlauf und ein langsamer Anstieg des Meeresspiegels begünstigen die Bildung von Salzwiesen, während ein zu steiles Hinterland Sand und Geröll herantragen könnte, was die empfindliche Vegetation gefährden würde.
Wo gibt es Salzwiesen?
Salzwiesen sind weltweit verbreitet – von den Küsten Europas über Nordamerika bis nach Asien und Australien. In tropischen Regionen erfüllen Mangroven eine ähnliche Funktion wie Salzwiesen in gemäßigten Breiten. Besonders bekannt sind die Salzwiesen an der Nord- und Ostseeküste, wo sie sich als schmale Streifen zwischen Watt und Festland erstrecken.
Welche Salzwiesentypen gibt es?
Je nach Lage und Entstehung unterscheidet man verschiedene Typen von Salzwiesen:
- Lagunen-Salzwiesen: Geschützt durch Nehrungen und nur noch über kleine Öffnungen mit dem Meer verbunden.
- Sandsalzwiesen: Entstehen im Schutz von Sandbänken oder Dünen mit einem eher sandigen Untergrund.
- Leeseiten-Salzwiesen: Bilden sich im Windschatten von Inseln, häufig im Wattenmeer.
- Ästuar-Salzwiesen: Wachsen in Flussmündungen, die Süß- und Salzwasser mischen.
- Vorland-Salzwiesen: Entwickeln sich durch Landgewinnungsmaßnahmen an Deichvorgeländen.
- Künstliche Salzwiesen: Entstehen durch aufgespülte Sedimente aus Schifffahrtsrinnen.
Welche Pflanzen wachsen in Salzwiesen?
Nur wenige Pflanzen sind in der Lage, die salzigen Bedingungen einer Salzwiese zu überleben. Die häufigsten Vertreter sind:
- Queller (Salicornia europaea): Eine sukkulente Pflanze, die Salz speichert und später abwirft.
- Andelgras (Puccinellia maritima): Wächst in den höheren Bereichen der Salzwiese.
- Strandflieder (Limonium vulgare): Bildet violette Blütenteppiche im Sommer.
- Strandaster (Aster tripolium): Eine typische Pflanze der oberen Salzwiesenbereiche.
Welche Tiere leben in Salzwiesen?
Salzwiesen sind ein Paradies für zahlreiche Tierarten. Wattwürmer, Krebse und Muscheln finden hier ideale Lebensbedingungen, während sie Nahrung für viele Vogelarten bieten. Austernfischer, Brandgänse und Rotschenkel nutzen die Salzwiesen als Brut- und Rastplätze. Auch spezialisierte Insekten, wie der Halligflieder-Spitzmaus-Rüsselkäfer, sind hier zu finden.
Warum sind Salzwiesen wichtig für das Klima?
Salzwiesen sind nicht nur einzigartige Ökosysteme, sondern auch effektive Kohlenstoffsenken. Sie binden langfristig CO₂ und helfen so, den Klimawandel zu verlangsamen. Studien zeigen, dass wiedervernässte Salzwiesen in sechs Jahren genauso viel Kohlenstoff speichern können wie Wälder in 100 Jahren.
Warum stehen Salzwiesen unter Naturschutz?
Trotz ihrer ökologischen Bedeutung sind Salzwiesen bedroht. Deichbau, Entwässerung, Beweidung und zunehmender Tourismus setzen ihnen zu. Viele Salzwiesen stehen daher in Nationalparks unter Schutz, um ihre natürliche Entwicklung zu sichern. In Deutschland sind sie Teil der streng geschützten Ruhezonen der Wattenmeer-Nationalparks.
Fazit
Salzwiesen sind faszinierende Ökosysteme, die zwischen Land und Meer eine wichtige Rolle spielen. Sie bieten Lebensraum für spezialisierte Pflanzen und Tiere, schützen Küsten vor Erosion und binden CO₂. Ihr Erhalt ist essenziell für den Naturschutz und den Kampf gegen den Klimawandel.
Quelle: wikipedia